PR für das eigene Buch – Was tun, wenn das eigene Buch niemand kennt?

Buch vermarkten Buchmarketing

 

Als langjährige Pressesprecherin in Selfpublishing-Verlagen und freie PR-Beraterin habe ich mit vielen Autoren über das Thema Buch-PR gesprochen. Ob auf Buchmessen, am Telefon oder per Mail, eine Frage ist omnipräsent: Wie kann ich mein Buch wirklich bekannt machen?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, da jedes Buch und jeder Autor andere Möglichkeiten und auch Schwierigkeiten mit sich bringt. Manche Bücher treffen mit ihrem Thema den Zeitgeist und haben bei den Redaktionen einfaches Spiel, besprochen zu werden. Andere Werke sind sehr nischenbehaftet, sehr persönlich oder auch sehr komplex und brauchen individuelle PR-Strategien, um bekannt zu werden.

In den Beratungsgesprächen mit meinen Kunden gehe ich grundsätzlich wie folgt vor:

1.) Das Wichtigste: Was ist DIE Botschaft des Buches?

2.) Für wen ist dieses Buch geschrieben bzw. wen könnte Ihr Buch interessieren?

3.) Was ist die Motivation des Buches? Ruhm? Aufklärung? Experiment?

Diese drei Fragen sollten zu Beginn überlegt und ernsthaft beantwortet werden. Somit bekommt der Autor einen besseren Blick auf sein Buch und seinen späteren Fahrplan in die Öffentlichkeit.

Das Große im Kleinen entdecken

Regelmäßig begegne ich Autoren, die einen großen Artikel in einem ebenso großen Medium wünschen. Als PR-Beraterin kann ich nur Einschätzungen und Unterstützung anbieten, jedoch muss ich Autoren auch oft zu Beginn enttäuschen. Nicht jedem Buch würde es helfen, eine große Veröffentlichung in einem breiten Medium zu erreichen. In vielen Erfolgsmessungen konnte ich bereits beobachten, dass die „große“ Veröffentlichung wenig bis gar nichts gebracht hat. Ein Blog, der sich eh mit dem Themengebiet befasst und somit die Zielgruppe anspricht, kann oftmals stärkere Effekte erzielen. Dabei muss es als Ergebnis nicht immer gleich eine optimistische Kurve der Buchverkaufszahlen sein, manchmal bringt die Berichterstattung dem Autor eine gewisse Bekanntheit, die Besucherzahlen auf seiner Autorenhomepage wachsen oder es folgt auf einen Artikel auch die Anfrage für einen weiteren.

Den eigenen Wert erkennen

Autoren haben oftmals keinerlei Erfahrung bei der oft erwähnten „Selbstvermarktung“. In meinem Job spreche ich ungern von dem Wort „Vermarktung“- das riecht nach Werbung und billiger Promotion. Ein Buch trägt einen Titel, einen Inhalt, eine Seele. Wenn es das Ziel sein soll, das Buch in die Medien und an die Leser zu bringen, sollte man einen journalistischen Ansatz entwickeln. Dann und nur dann werden Redakteure zuhören und die Leser ein Gefühl für Ihr Buch entwickeln. Denn beide Empfängergruppen haben ein gutes Gespür dafür, ob der Autor sein Buch aus Leidenschaft geschrieben hat und es nun mit Herz nach außen tragen will, oder ob es nur um Zahlen und die „Vermarktung“ geht. Natürlich freuen wir uns über gute Buchverkäufe, bzw. die klassischen Verlage bieten den Autorenvertrag nur mit Aussicht auf gute Zahlen an. Das ist verständlich und wirtschaftlich logisch. Im Bereich Selfpublishing trägt der Autor jedoch die komplette Verantwortung der Buchveröffentlichung inkl. der PR selbst. Daher sollte der Autor einen genauso ausführlichen Aufwand im Bereich PR betreiben wie in der Schreibe für das Buch.

PR selbst machen – Geht das?

PR für sich und sein Buch auf eigene Faust zu betreiben, ist kein falscher Gedanke. Jedoch sollte sich der Autor fragen, ob der das nötige Knowhow und auch Talent dafür mitbringt.

PR ist nicht nur das Verfassen einer Pressemitteilung, die nach Meinungen mancher Leute mal eben auch selbst geschrieben werden kann. Ein großer Irrtum, wie ich finde. Eine gute und interessante Pressemitteilung stützt sich auf journalistisches Niveau, einer guten Recherche und einer sicheren Textaffinität. Ebenso müssen die Kontakte zu den Zielgruppenmedien professionell und mit Geduld hergestellt werden.  All das ist für den Laien hartes Brot, da Redakteure in Ihrer Abfuhr nicht zimperlich sind. Oftmals versenden Autoren unzählige Rezensionsexemplare an die Redaktionen, manchmal sogar ungefragt (bitte niemals tun, denn dann landet das Buch gern direkt im Papierkorb), und hören nie wieder etwas.

PR-Arbeit ist in meinen Augen ein kreativer Prozess, der bei der klassischen Pressearbeit beginnt und bei unkonventionellen Lesungen, Schreibwettbewerben oder innovativen Buch-Events „aufhört“. Nur mit einem eigenen Profil und Mut für Neues bleiben die Autoren und deren Bücher in den Köpfen der Leser. Wichtig ist es, immer wieder umzudenken und mal etwas Ungewöhnliches auszuprobieren.

Hilfreich ist es, sich erfolgreiche Beispiele von Autoren herauszusuchen, an denen man sich orientieren kann. Welche Kanäle nutzen sie? Wie schreiben sie ihre Leser an? Wo werden die Bücher besprochen?

Summa summarum: Es gibt keinen Non-plus-Ultra-Weg in Sachen PR. Jedes Buch ist einzigartig und sucht sich seinen eigenen Weg zu seinen Leser.

 

Zur Autorin: Deborah Klein ist freie PR-Beraterin aus Hamburg und betreut vor allem Autoren und Verlage im Bereich der Öffentlichkeitsarbet. Mehr zu ihrer Person und ihren Referenzen erfahren Sie auch unter http://www.deborahklein.de.

 

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