Buch selbst verlegen im Selbstverlag

Die großen, etablierten Verlage verlieren ihre Machtposition – immer mehr Autoren verlegen ihre Werke als Self Publisher selbst. Der Trend, welcher in Amerika ins Rollen gebracht wurde, ist auch bereits in Deutschland deutlich zu spüren. Ein neues Zeitalter des Publishings ist angebrochen!

Es sind 3 Aufgaben, die ein Autor, welcher sein Werk ohne einen großen Verlag veröffentlichen will, selbst übernehmen muss: Die Gestaltung sowie die Produktion und den Vertrieb. Während die selbstständige Gestaltung des Buches relativ unkompliziert ist, bereiten die Produktion und der Vertrieb den Self Publishern meist etwas mehr Kopfzerbrechen. Doch hier können einem Serviceunternehmen, wie beispielsweise die Books on Demand GmbH oder Tredition, unter die Arme greifen. Dank solchen Dienstleistern können Autoren ihre Bücher ab einer Auflage von nur 1 Stück relativ kostengünstig produzieren lassen. Das bedeutet, dass die Bücher erst dann gedruckt werden müssen, wenn eine Bestellung vorliegt. Somit kann ein Self Publisher sein Risiko deutlich minimeren, indem er keine großen Investitionen machen muss und nicht auf unverkauften Büchern sitzen bleibt.

Die diversen Print on Demand-Anbieter können Ihr Buch – wenn gewünscht – zudem in gedruckter wie auch in elektronischer Version veröffentlichen und in den bedeutendsten Vertriebskanälen (vom traditionellen Buchhandel bis zu Onlineshops, Apple iBookstore und Amazon Kindle-Store) listen. Wenn man sein vollendetes Werk über Dienstleister wie Tredition oder Books on Demand verkauft, wird die Marge regelmässig durch diese Plattformen ausbezahlt.

Das Autorenhonorar gilt dabei als “Freiberufliches Einkommen”. Wer hingegen das Objekt der Begierde direkt über den Amazon Kindle-Store oder den Apple iBookstore anbietet oder über eine eigene Webseite verkauft, gilt als Self Publisher = Selbstverleger und veröffentlicht das Buch im sogenannten Selbstverlag und ist hiermit gewerblich tätig (Gewerbeanmeldung erforderlich). Wer sein Manuskript im Selbstverlag und in Eigenregie veröffentlichen will, muss eine Portion Ausdauer, Zeit und Verkaufstalent mitbringen, denn die damit verbundenen Aufgaben sind nicht zu unterschätzen.

Als Verleger sollte man sich zudem auch mit den geltenden Regeln und den Gesetzen des Bookpublishings vertraut machen, denn Fehltritte können hier für Sie als Verleger schnell teuer werden. In Deutschland herrscht beispielsweise das Preisbindungsgesetz, welches besagt, dass Bücher nicht einfach zu beliebigen Preisen verkauft werden dürfen. Wenn Sie also spontan den Preis des eigenen Buches nach oben oder unten korrigieren oder den Käufern einer ausgesuchten Plattform einen Spezialrabatt einräumen, dann kann das schnell problematisch werden. Als Verleger müssen Sie den Preis des Buches festlegen und es muss auf allen Plattformen zum selben Preis verkauft werden – Rabatte oder Sonderaktionen sind nicht zulässig – das gilt übrigens auch für elektronische Werke/eBooks.

Das Image des Selbstverlages ist leider immer noch nicht das beste – oft werden Werke, welche im Selbstverlag erscheinen belächelt und es entsteht häufig das Vorurteil, dass der Weg des Selbstverlags nur gewählt wurde, da sich kein Verlag für das Manuskript interessiert hat. Doch die Veröffentlichung im Selbstverlag kann für Autoren eine große Chance sein. Für Schriftsteller, die von der Qualität und den Verkaufschancen des eigenen Werks überzeugt sind, stellt der Selbstverlag ohne Zweifel eine reizvolle Alternative dar – und es ist an der Zeit, dass endlich etwas frischer Wind in die verstaubte Welt der großen, etablierten Vertrage gebracht wird.

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