Wie Sie ein Buchcover für jedes Genre gestalten

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Es heißt, ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte – und wie steht’s mit Hunderttausend? So viele Worte umfasst ein durchschnittliches Buch. Für dessen Erfolg ist ein passendes Coverbild besonders wichtig. Das Buchcover hilft den Lesern, auf den ersten Blick zu entscheiden, ob das vorliegende Werk etwas für sie ist – oder eben nicht. Und das unabhängig davon, ob es sich um ein gedrucktes Buch oder ein eBook handelt.

Wie also können Sie ein Buch Cover oder eBook Cover gestalten, dass die Seele Ihres eigenen Buches einfängt und Ihre Leser nachhaltig begeistert? Ganz einfach: Sie beginnen mit dem Buch Genre! Ob Fantasy, Belletristik oder Thriller Coverdesign– hier kommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung um ein Buchcover nach Genre zu gestalten von 99designs.

Science Fiction- und Fantasy-Cover

Wer Science-Fiction-Bücher liest, der taucht in Welten ein, die mit unserer heutigen Wirklichkeit nicht unbedingt viel gemein haben: Planeten fern unseres Sonnensystems, Reisen durch Raum und Zeit oder auch Drachen, Zauberer und Feen – in diesen Werken ist nahezu nichts unmöglich. Umso wichtiger ist es also, diese vielfältigen Welten in einem gelungenen Titelbild im Buchcover zu vereinen. Zum Beispiel so:

1. Zeigen Sie das Drama im Buchcover

Science-Fiction Buchcover von B&J für Ken Britz

Epische Schlachten, tragische Liebesgeschichten, die Rettung der Galaxis in allerletzter Sekunde: Wen wundert’s, dass die Darstellung von Dramatik auf dem Einband zum guten Ton bei Science Fiction- und Fantasy-Büchern gehört. Werfen Sie nur mal einen Blick auf das Buchcover von Fall to Earth: Ein mystisch anmutender Hintergrund, davor die Silhouette eines Mannes, der unkontrolliert gen Erde fällt. Das nennt man dramatisch!

2. Verschmelzen Sie Wirklichkeit und Fantasie 

Science Fiction- und Fantasy-Autoren übertragen viele, urmenschliche Themen in ihre imaginären Welten. Kein Wunder also, dass viele Buchcover dieses Genres mit der Verschmelzung unterschiedlicher Welten spielen. Hierfür kombinieren sie einen darstellerischen Illustrationsstil als Design-Basis mit menschlichen Wesenszügen und fantastischen Elementen. Vom Monster über Technologie bis hin zu fernen Planeten – hier geht nahezu alles, was das Herz begehrt:

3. Erzeugen Sie Stimmung im Buchcover

Das aktuelle Zwischenergebnis:

Drama – Check✓

Fantasie – Check✓

Spannung?

Man sollte niemals vergessen, dass Science-Fiction- und Fantasy-Bücher immer auch von Spannung leben. Denken Sie nur mal an die viel beschriebene Ruhe vor dem großen Gefecht. Von Herr der Ringe bis Game of Thrones: In vielen Büchern wird der Spannungsbogen so nochmal richtig angezogen – und das nicht nur zwischen den Buchdeckeln.

Unheimliches Cover von S.Marko

So beispielsweise auf dem Cover vom Buch Swarm. Der großzügig eingesetzte Negativraum verleiht dem gesamten Buchcover eine ruhige Atmosphäre. Zugleich sorgt die Kombination von dunkelgrauen Formen und orange hinterlegter Typographie für eine unterschwellige Spannung.

Was Sie beachten sollten:

Zu den wichtigsten Punkten, die es bei der Gestaltung eines Covers für Science Fiction oder Fantasy zu beachten gilt, gehören der Ton und die Thematik des Werkes. Darüber hinaus gibt es natürlich noch andere Designtrends, die behilflich sein können:

  • Vor allem moderne Genrevertreter setzen auf Titel in Großbuchstaben oder klarer, serifenloser Schrift. Serifenschriften kommen indes bei klassischen Fantasy-Wälzern zum Einsatz.
  • Ganz klar: Die Farben Blau und Bernstein werden besonders gerne für Science-Fiction- und Fantasy-Cover verwendet. Beiden sind in der Lage, eine gewisse, mystische Wirkung zu erzeugen. Im Kontrast zueinander stehen sie außerdem für die Verbindung zweier Gegensätze – in diesem Fall vor allem Welten.
  • Wolken, Feuer und Rauch sind besonders stimmungsvolle Texturen und kommen daher natürlich auch besonders häufig auf Fantasy- und Science Fiction-Covern zum Einsatz.

 

Thriller- und Mystery-Cover

Der Herzschlag wird schneller, der Zeigefinger fährt ungeduldig zum unteren Seitenrand – wer zum Henker ist bloß der Täter? Ganz klar, hier wird gerade ein Thriller oder Mystery-Buch verschlungen. Als Leser will man bereits auf dem Cover genug erfahren, um in die nachfolgende Geschichte hineingezogen zu werden. Gleichzeitig darf im Titelbild natürlich nicht zu viel verraten werden. Kleiner Tipp: Pluspunkte sammeln Sie, wenn Sie im Cover einen Hinweis verstecken, der dem Leser mit dem Beenden der letzten Seite einen kleinen Aha-Effekt beschert. Weitere Tipps folgen jetzt:

1. Machen Sie den Titel zum Fokus

Insbesondere Thriller- und Mystery-Cover setzen den Titel eines Buches grafisch in Szene. Schließlich sollen hier subtile Spannung und Geheimnisse dargestellt werden – und was wäre hierfür geeigneter, als die Verschmelzung von Grafik und Typografie? Darüber hinaus laufen Sie so natürlich auch nicht Gefahr, mit Ihrem Cover zu viel von der eigentlichen Geschichte zu verraten. Nehmen Sie beispielsweise das Cover von The strange death of Fiona Griffiths: Ein verschwommener Hintergrund, davor der Titel in Buchstaben, die erst auf den zweiten Blick lesbar sind. Worum es hier wohl geht? Die Art, wie Fiona Griffiths gestorben ist? Oder doch etwas ganz anderes…?

Mystery-Cover von Llywellyn

2. Nutzen Sie verschiedene Perspektiven

Jeder gute Thriller- oder Mystery-Roman hat verschiedene Ebenen, die zu Beginn keine Verbindung zu haben scheinen und erst im Laufe der Geschichte ineinandergreifen. Diese genretypische Besonderheit können Sie sich auf Ihrem Buchcover zunutze machen. Setzen Sie bewusst auf Bilder mit tiefer Perspektive, die den Leser auf unbekannte Pfade führen (gerne gepaart mit einem Hauch Spannung und Dramatik).

3. Machen Sie nicht zu deutlich, was der Leser eigentlich sieht

Wo bietet sich ein mysteriöser Titel besser an, als bei einem Thriller oder Mystery-Roman? Hier können Sie in diesem Punkt wirklich aus dem Vollen schöpfen. Zeigen Sie lediglich ein Detail eines Objekts oder Bildes oder platzieren Sie diese in einem ungewöhnlichen Kontext. Kleine Inspiration gefällig? Betrachten Sie das Cover zu Stunde Null -Ultimatum-: Wie passen die Gasmaske und der Zaunpfahl zusammen? Wurde sie während einer Flucht zurückgelassen?

Thriller-Cover von Alehandroo

Was Sie beachten sollten:

Das Hauptziel eines Thriller- oder Mystery-Covers besteht darin, Spannung zu transportieren. Das können Sie auf unterschiedliche Arten erreichen – zum Beispiel so:

  • Wie wäre es mit Rot als überraschender Akzentfarbe? Aufgrund der Assoziation mit Aufregung, Gefahr oder auch Blut eignet es sich besonders gut für diese aufregenden Genres.
  • Viele Thriller- und Mystery-Cover setzen auf große farbliche Kontraste wie etwa Tiefschwarz in Kombination mit hellen Farben oder strahlendem Weiß. So kann man dem Betrachter ganz leicht die auf ihn wartende Spannung vor Augen führen.
  • In punkto Typographie verwenden die meisten Autoren eckige, serifenlosen Schriften für ihr Thriller und Mystery-Romane. Diese unterstreichen das schroffe, actiongeladene und mysteriöse Image dieser Genres.

 

Liebesroman-Cover

Wir alle kennen sie, die Klischees, die sich wie ein überdimensionaler Rosenstrauch um Liebesroman-Cover ranken: Zwei halbnackte Menschen, stereotypisch also Mann und Frau, die sich leidenschaftlich umschwärmen.

Nun zur schonungslosen Wahrheit: Dieser Stil ist durch die Bank weg überaus beliebt. Denn er schenkt dem hoffnungsvollen Leser etwas, das in der richtigen Welt nur schwer zu finden ist: brennende Liebe und Leidenschaft.

Dabei ist dies bei weitem nicht der einzige Weg, um ein erfolgreiches Liebesroman-Cover zu gestalten. Der Schlüssel liegt jedoch in jedem Fall in der Darstellung von Romantik, gepaart mit einem guten Schuss Erotik – und manchmal auch Humor. Und so geht’s:

1. Vertrauen Sie auf einen Protagonisten

Nicht jeder Liebesroman muss automatisch zwei Protagonisten ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Manche Erzählungen fokussieren sich stärker auf die – erotische oder auch romantische – Reise einer einzelnen Person. Diese werden dann auf dem Cover präsentiert, häufig mit versteckten Hinweisen auf den Inhalt des Werkes. So etwa auch beim Liebesroman Vampire’s Throne: Hier wird die Titelheldin in einer provokanten Pose abgebildet, im Fokus steht eindeutig die sexuelle Komponente der Geschichte. Der vermutliche, männliche Gegenpart erscheint lediglich als verschwommene Silhouette im Hintergrund. Und macht mit seinem blutigen Mund auch gleich klar, dass Sie es hier mit Vampiren zu tun bekommen.

Liebesroman-Cover von Meella

2. Verpassen Sie Traditionen eine Frischzellenkur

Romantik entsteht, wenn zwei Menschen sich begegnen. Kein Wunder, dass auf so vielen Liebesroman-Covern auch zwei Protagonisten abgebildet sind, die sich leidenschaftlich umarmen oder küssen. Diese Intimität erzielen Sie also am einfachsten, indem Sie zwei ineinander verschlungene Körper abbilden, die mehr Schweiß als Bekleidung am Körper tragen. Sie können aber auch etwas subtiler vorgehen. Beispielsweise, indem Sie bewusst auf Gesichter verzichten, wie etwa beim Cover zu Kings of Midnight. So ermöglichen Sie es dem Leser, sich schneller mit den Protagonisten zu identifizieren. Der zusätzliche Clou: Spielen Sie mit Details, die auf die Charaktere der Protagonisten anspielen. In diesem Fall etwa Ballettschuhe.

Liebesroman-Cover von rigoletto

3. Setzen Sie auf Gegenstände

Wer sagt, dass ein bloßer Gegenstand nicht verheißungsvoll oder erotisch sein kann? Denken Sie bloß an den wohl berühmtesten Krawattenknoten der Welt – auf dem Cover von Fifty Shades of Grey. Spannung und Reiz können Sie also auch aufbauen, indem Sie ganz bewusst auf eindeutige Posen verzichten, und stellvertretend „provokante“ Gegenstände zeigen. Ob Krawatte, Eiswürfel oder Maske: Hier sind der Fantasie buchstäblich keinerlei Grenzen gesetzt.

Was Sie beachten sollten:

Jeder Liebesroman handelt letztlich von diesem einzigartigen Gefühl, dass uns wahlweise großes Glück oder unsagbaren (Liebes-)Kummer beschert. Sie haben mehrere Möglichkeiten, diese Emotion zu präsentieren:

  • Traditionell romantische Liebesromane setzen zumeist auf feminine Farben wie Pink, Gold oder auch Flieder. Wer es ein wenig erotischer mag (und dementsprechend schreibt), kann jedoch auch zu satten Farbkombinationen greifen.
  • Bei der Wahl der Typografie haben Sie völlig freie Hand. Überlegen Sie sich jedoch zuvor, welche Art von Liebesroman Sie verfasst haben: klassisch oder vielleicht sogar historisch? In diesem Fall passen Handschriften besonders gut. Modern und ausgefallen? Dann empfehlen wir eine Schriftart, die dies ebenfalls widerspiegelt.

Epilog

Vergessen Sie nicht, dass wir lediglich einige der bekannteren Stile vorgestellt haben. Haben Sie also keine Angst davor, mit dem Stil Ihres Buchcovers zu experimentieren. Kleiner Extra-Tipp: Wenn Sie an einer Buchreihe arbeiten, sollten Sie stets daran denken, Ihr Design durch die gesamte Reihe hindurch möglichst konsistent zu gestalten. Dies gilt natürlich auch für die Buchrücken Ihrer Werke. Mehr Infos zum Thema erhalten Sie übrigens hier.

Über die Autorin dieses Gastbeitrages:

Vivecca Frank arbeitet als Online Marketing Trainee im Berliner Büro des weltweit größten Grafikdesign-Marktplatzes 99designs. Zuvor hat sie sich als freie Werbetexterin ihr erfolgreich abgeschlossenes Studium finanziert. Neben Marketing und all seinen Facetten interessiert sie sich vor allem für die Zukunft des Qualitätsjournalismus und die Fotografie.

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