Marketing-Case-Study für Selfpublisher: Indie-Autor wird mit diesen Vermarktungstipps zum Amazon Bestseller

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Gastbeitrag: Mark Lambert

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen meine 5 besten Tipps geben, mit denen ich es schaffte, mit einem Dating-Ratgeber zum Bestseller auf Amazon zu werden.

Die Ausgangssituation

Ich bin als selbständiger Coach im Bereich Dating, Beziehung und Persönlichkeitsentwicklung tätig.

Bereits seit einigen Jahren verkaufe ich meinen Dating-Ratgeber „Verführe mit Persönlichkeit“ sehr erfolgreich als E-Book über meine Webseite. Um jedoch stets weiter zu wachsen und neue Leser zu erschließen, kam die Idee neue Absatzkanäle anzugehen.

Da ich mich selbst um alles Unternehmerische und auch das Marketing kümmere, schien der Weg über einen Verlag oder eine BoD-Lösung, aufgrund der niedrigen Marge sehr unattraktiv für mich. Zumal das Angebot des Verlags dann ein Konkurrenzprodukt zu dem Angebot auf meiner Webseite darstellt.

Eine andere Strategie musste also her. Die Idee: den Ratgeber über Amazon selbstpublizierend anzubieten. Amazon bietet hier einige leichte Einstiegswege über die Programme KindleDirectPublishing, CreateSpace oder Amazon Advantage. Der Nachteil dieser ist jedoch, dass Amazon noch immer den Löwenanteil der Umsätze für sich beansprucht. Gerade bei einem hochpreisigen Buch, das über 10€ gekostet ist das der Fall, da Amazon in seinem KDP Programm z.B. eine Staffelung der Tantiemen nutzt: bei einem Preis bis 9,99€ erhält der Autor 70%, bei einem höheren Preis nur 35%.

Da der beste Preispunkt für mein E-Book bei Verkäufen über meine Webseite jedoch bei 57,40 EUR liegt, konnte ich den Preis nicht auf unter 10€ reduzieren. Somit wurden die Verkaufsprogramme von Amazon aufgrund der geringen Marge sehr unattraktiv.

Die Lösung: es auf dem Amazon Marketplace anzubieten. Hier liegt die Marge von Amazon nämlich nur bei 15%.

Das Verkaufsprogramm stand. Wie ich es von hier schaffte, meinen Ratgeber zum Bestseller auf Amazon voranzutreiben, zeige ich Ihnen anhand der folgenden 5 Tipps.

Tipp 1: Die richtige Zielgruppe

Das Buch muss der richtigen Zielgruppe angeboten werden. Über die Jahre hinweg habe ich mir eine sehr große Reichweite an E-Mail-Abonnenten aufgebaut, die sich für genau das Thema interessieren. Das waren Leser meines Blogs, sowie Kunden des Ratgebers, den ich über meine Webseite verkaufe.

Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte Blogs anschreiben, die die richtige Zielgruppe ansprechen und sie fragen, ob sie das Buch promoten können. Da Amazon hierbei auch eine Provision in Höhe von 7% gibt, sollte es gerade für Blogs, die keine eigenen Produkte anbieten, attraktiv sein. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie etwas vorzuweisen haben. In jedem Fall sollten Sie dem Blogger eine Ausgabe Ihres Buches zukommen lassen.

Für meinen Amazon-Launch konnte ich jedoch nicht auf diese Möglichkeit zurückgreifen: weder es all meinen E-Mail-Abonnenten anzubieten, noch den Lesern anderer Blogs. Den Grund dafür erfahren Sie in Tipp Nr. 2, der richtigen Preissetzung.

Tipp 2: Die richtige Preissetzung

Je nach Typ des Buches (Belletristik, Sachbuch, etc.) finden natürlich komplett andere Preise Anwendung. Mein Buch ist ein Dating-Ratgeber. Auf Webseiten findet man hier häufig Preise im Segment von 20 bis 50€. Mein E-Book lag mit 57,40€ sogar darüber. Das rechtfertigte ich damit, da mein Buch mehr als doppelt so lang war, wie typische Dating-Ratgeber. Zudem war der Inhalt deutlich fundierter. Doch all das ist nebensächlich, wenn der Kunde es nicht genauso sieht. Den optimalen Preis sollte man also über Preistests herausfinden.

Ich fand dabei heraus, dass 57,40€ der beste Preis für Verkäufe auf meiner Webseite sind (gemessen am Umsatz).

Denselben Preis nun auf Amazon zu verwenden schien jedoch nicht verkaufsfördernd, denn die Preise anderer Dating-Ratgeber liegen dort zwischen 9,99€ und 24,99€. Auf meiner Webseite mag der Preis von 57,40€ zwar der beste sein, doch hat der Kunde dort eben auch keinen direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten.

Sicherlich hätte ich auch so einige Verkäufe mit einem derart hohen Preis generiert, doch keinen Bestseller-Rang erreicht.

Ich entschied mich also einen anderen Weg zu gehen, den ich Ihnen im Tipp 3 vorstellen möchte.

Tipp 3: Der Anfangs-Boost

Da ich mit 57,40€ keine Verkaufsrekorde brechen würde, musste ich einen wettbewerbsfähigen Preis finden. Dies bedeutet jedoch wieder einen anderen Konflikt: Wenn ich den Preis dauerhaft senke, dann macht es keinen Sinn, das Buch an alle meine Subscriber (oder gar den Lesern anderer Blogs) anzubieten. Denn für die wäre der Preis von 57,40€ ja gewinnmaximierend für mich. Eine Preissenkung würde also bedeuten, dass ich mir selbst ein Bein stelle.

Schließlich kam mir die Idee, mein Buch an meine bisherigen Käufer zu vertreiben. Ihnen kann ich einen günstigen Preis anbieten, da sie ja sowieso nicht bereit wären, das Buch erneut für 57,40€ zu kaufen.

Diese Kunden würden mir dann einen Anfangs-Boost bescheren, um in den Rankings einen Spitzenrang einzunehmen und so den Ball ins Rollen zu bringen.

Dabei sei jedoch gesagt, dass in Deutschland das Buchbindungsgesetz Anwendung findet, was besagt, dass ein Buch in derselben Form auf allen Vertriebskanälen gleich viel kosten muss. Ich kann mein E-Book in derselben Art also nicht auf Amazon für einen geringeren Preis anbieten, als auf meiner Webseite.

Zwei Umwege gibt es jedoch:

  1. Das E-Book auf der Webseite unterscheidet sich vom E-Book auf Amazon.
  2. Ich erstelle eine Print-Version, denn der Preis zwischen Print- und digitaler Version darf sich unterscheiden.

Ich verband beide Umwege, um den Lesern meiner Erstversion ein sehr schmackhaftes Angebot zu machen.

Tipp 4: Das No-Brainer Angebot

Ich überarbeitete mein Buch massiv und investierte in ein professionelles Lektorat. Anstelle es rein als E-Book anzubieten, ließ ich es drucken. Zum einen, damit ich wie gesagt, den gesetzlichen Anforderungen gerecht werde und einen geringeren Preis auf Amazon anbieten kann. Zum anderen, weil viele Leute noch immer das gedruckte Buch bevorzugen. Außerdem ist es schön, sich ein Buch ins Regal stellen zu können, von dem man begeistert ist.

Oben drauf gab es das E- und Audio-Book in der aktualisierten Version als Bonus geschenkt. Und all das zu reinen Selbstkosten, ohne Gewinnaufschlag.

Auf diese Weise hatte ich ein Angebot geschaffen, das vom Preis her wettbewerbsfähig und durch die Erneuerung und Boni sehr attraktiv für Bestandskunden ist. Da diese Kunden das Buch für 57,40€ sowieso nicht erneut gekauft hätten, entgeht mir bei dieser Strategie auch kein Umsatz.

Das Angebot stand somit:

  • Launch an Bestandskunden über E-Mail-Marketing
  • Attraktives Angebot: geringer Preis für eine neue Version als Taschenbuch, E- und Audio-Book

Doch um es zum Bestseller zu machen fehlt noch ein entscheidender Schritt, nämlich alle Käufe in einen kurzen Zeitraum zu bündeln.

Tipp 5: Eine kurze Angebotsdauer

Die Verkaufscharts von Amazon werden stündlich aktualisiert. Würde mein Angebot also eine Woche laufen, würden sich die Verkäufe auf sieben Tage verteilen. In dem Fall würde ich pro Tag bzw. pro Stunde deutlich weniger Verkäufe generieren, als wenn ich dem Kunden nur ein kurzes Zeitfenster von 1-2 Tagen gebe. Dann entstehen alle Käufe innerhalb dieses Zeitraums, was Amazon als Grundlage für die Berechnung des Rankings nimmt. Zu kurz sollte das Angebot allerdings auch nicht sein, damit man den potenziellen Kunden genügend Zeit gibt, zuzuschlagen. Mein Angebot lief für genau 48 Stunden.

Eine sehr gute Möglichkeit, Verkäufe auf einen kurzen Zeitraum zu bündeln, ist es mit Vorbestellungen zu arbeiten. In dem Fall werden alle Vorbestellungen dem Tag des Erscheinungsdatums zugerechnet.

Ich machte von dieser Option jedoch keinen Gebrauch, da ich das günstige Angebot nicht für einen längeren Zeitraum auf Amazon online verfügbar lassen wollte. Schließlich würde dieses Angebot ja wieder für eine Abwanderung der Käufer über meine Webseite sorgen.

Mit diesen fünf Tipps schaffte ich es, mit meinem Dating-Ratgeber nach nur 36 Stunden Rang Nummer 3 unter den Bestsellern auf Amazon einzunehmen. Die Strategie war aufgegangen: in meiner Kategorie der Dating-Ratgeber bin ich nun die Nummer 1. Der Ball wurde ins Rollen gebracht: jemand, der nun auf Amazon nach einem Dating-Ratgeber sucht, findet mein Buch.

 

Über den Autor

Mark Lambert (M.Sc.) ist selbstpublizierender Autor, Coach und Unternehmer zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Dating und Beziehung. Auf seinen Blogs verfuehre-mit-persoenlichkeit.de und marklambert.de bringt er Männern bei, wie sie sich selbst weiterentwickeln und mit der Macht ihrer eigenen Persönlichkeit beim anderen Geschlecht ankommen.

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